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Der Weg deiner Kleidung

Du hast dich immer schon gefragt, welchen Weg deine Kleidung hinterlegt hat oder bist spätestens jetzt neugierig geworden? Dann bist du hier genau richtig!

Unserer Meinung nach ist es den Wenigsten bewusst, welche Schritte Kleidung durchlebt bis sie bei uns zuhause landet. Wir möchten dir die Wertschöpfungskette kurz und knapp am Beispiel eines klassischen Baumwoll-T-Shirts erklären, let’s go:

„Ein T-Shirt kann einen Weg bis zu 20.000 km hinterlegen.“

1. Rohstoffgewinnung 

Jährlich werden weltweit um die 25 Mio. t Baumwolle geerntet. Die Reise beginnt meist in Asien, Afrika oder Lateinamerika, da dort der Großteil des Baumwollanbaus stattfindet. Mittlerweile hat sich dieser aber auf alle Kontinente ausgebreitet. Die Baumwollpflanze braucht sehr lange, um zu wachsen und braucht somit einiges an Wasser und Pflege. Weitere Infos zum Anbau und Ernte von Baumwolle findest du unter dem Abschnitt Konventionelle vs. Bio-Baumwolle. 

2. Spinnerei: Garnherstellung

Nach dem Trocknen, Entkörnen und Kardieren1 des Baumwollrohstoffes werden die gewonnenen Fasern zu Fäden versponnen. Dabei werden sie fest miteinander verdreht und gestreckt bis das Garn zur Textilherstellung entsteht.

3. Weberei: Das Gewebe entsteht 

Im Anschluss wird dies zu einer textilen Fläche gewebt. Ein Gewebe entsteht durch viele Fäden, die sich rechtwinklig kreuzen. Dabei wird der horizontale Faden als Schuss und der vertikale als Kette bezeichnet. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten in welchem Rhythmus die Fäden miteinander verkreuzt werden. Bestimmt kennst du aus der Schulzeit noch kleine Webrahmen. Genau dieses Prinzip musst du dir an großen Webmaschinen vorstellen. 

4. Veredlung 

Das fertige Gewebe wird nun je nach Anforderung und gewünschten Eigenschaften des Kunden veredelt. Die Möglichkeiten reichen vom Bleichen, Färben, Drucken bis zum wasserabweisend oder flammhemmend Ausrüsten. Verschiedene Veredlungsschritte können aber auch schon vor der Garnherstellung oder dem Webvorgang stattfinden. Durch Schlichten2 kann das Garn beispielsweise stabiler und widerstandsfähiger gemacht werden, um beim Weben nicht zu reißen. Ein möglicher Veredlungsschritt spezifisch für die Baumwolle wäre zum Beispiel das Mercerisieren3, um einen weicheren Griff zu erhalten. 

5. Produktion

Nachdem ein Label das Design und Schnittmuster festgelegt hat, steht der Produktion nichts mehr im Wege. Die Kleidungsstücke werden zum Leben erweckt. Dies kann theoretisch überall stattfinden: In großen Fabriken in Bangladesch oder in einer kleinen Näherei in Deutschland. Lasse dich hierbei nicht von dem Begriff „Handmade“ irritieren. Jedes existierende Kleidungsstück wurde von Hand genäht, da es bis heute noch keine Maschine gibt, die das für den Menschen übernimmt.

6. Handel

Schließlich landet das T-Shirt nach ausreichender Qualitätsprüfung über den stationären oder Online-Handel, wie LABELBIRD, bei dir.

Wie der Weg weitergeht und wo die Endstation der Reise ist, entscheidest du. Wir würden uns wünschen, dass die Mode möglichst lange bei dir verweilt. 

Die Reise entlang der Wertschöpfungskette soll dir vor allem eine Rahmenorientierung bieten. Denn je nach Produkt können einzelne Schritte natürlich abweichen. 

„Bio-Baumwolle heißt nicht gleich Bio-T-Shirt.“

Vorsicht vor Greenwashing

Achtung vor Greenwashing durch Siegel! Heutzutage ist es bei der Menge schwer im Siegel-Dschungel den Durchblick zu bewahren. Denn viele von ihnen stehen lediglich nur für einen winzigen Teil in der Wertschöpfung. Bio-Baumwolle heißt nicht gleich Bio-T-Shirt. Denn zertifizierte Bio-Baumwolle bezieht sich nur auf einen ökologischen Anbau, Schritt 1 der Reise, und sagt nichts über die darauffolgende Weiterverarbeitung aus.

Wichtig ist, sich dessen bewusst zu sein. Dennoch ist Bio-Baumwolle und ein somit ökologischer Anbau ein wichtiger erster Schritt in die Nachhaltigkeit. 

 

Konventionelle vs. Bio-Baumwolle

Durch die lange Reifezeit ist die Baumwolle leider sehr anfällig für Schädlinge, weswegen häufig Pestizide eingesetzt werden. Für jedes Baumwoll-T-Shirt landen im Schnitt 150g Gift sowie 2000l Wasser auf der Plantage. Im konventionellen Anbau erledigen Pflückmaschinen die Ernte. Für einen effektiven Einsatz kommt es so im Vorgang zu einer chemischen Entlaubung. Der konventionelle Anbau ist folglich sehr schädlich für Umwelt und Bauern. 

Es geht aber auch anders: Mit Bio-Baumwolle. Hier ist der Einsatz jeglicher Chemikalien verboten. Außerdem wird die Pflanze im Bio-Anbau immer von Hand geerntet. Schon der Kauf eines Baumwoll-T-Shirts macht also einen enormen Unterschied. Als rechtlich geschützte Begriffe gelten Beispielsweise „Bio“ oder „aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)“.

Wer garantiert ein Rundum nachhaltiges Kleidungsstück haben möchte, kann sich zum Beispiel an Textilsiegeln wie dem GOTS (Global Organic Textile Standard) orientieren. Diese Zertifizierung ist ein Biostandard, der alle wichtigen Schritte umfasst – vom Rohstoffanbau bis zur Produktion des Textils.

Mehr zum Thema Siegel findet ihr in unserem Blogbeitrag „Zertifizierungen für #Greenstyler“: www.label-bird.com/zertifizierungen-fuer-greenstyler/ 

„Regionalität ist uns bei LABELBIRD eine Herzensangelegenheit.“

Wertschöpfung bei LABELBIRD

Uns ist es ein großes Anliegen, Labels und Designer mit einem regionalen Denken und Handeln zu unterstützen. Gemeinsam mit ihnen möchten wir einen neuen Spirit an Regionalität kreieren und dir unser Motto #supportyoulocals nahebringen.

Warum ist Regionalität so wichtig?

Zwischen jedem Schritt der textilen Kette entstehen meist lange Transportwege. Im schlimmsten Fall passiert jeder Step in einem anderen Land. Dadurch kann dein T-Shirt bis zu 20.000 km hinterlegen. Laut dem BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) findet bisher die Produktion von über 90% der Kleidung, die in Deutschland verkauft wird, aber leider im Ausland statt. Somit gelangt die Baumwolle zum Beispiel zum Großteil über Fertigware zu uns.

Im besten Fall jedoch findet nach der Rohstoffgewinnung alles auf regionaler Ebene in Deutschland statt. Deswegen ist es wichtig, schon so früh wie möglich in der Wertschöpfungskette auf Regionalität zu setzen. Das hält den ökologischen Fußabdruck gering, entlastet die Umwelt und unterstützt zudem lokal ansässige Unternehmen.

Wir wissen, dass dies nicht jeder umsetzen kann. Auch wir stehen noch am Anfang unserer Reise und arbeiten stetig an uns. Wir hoffen, dir langfristig mehr Transparenz bieten zu können, um dir irgendwann nicht nur zu zeigen WER und WAS hinter deiner Kleidung steckt, sondern auch WELCHER WEG. Denn Regionalität ist uns eine Herzensangelegenheit. 

1 Kardieren: Beim Kardieren werden die Fasern vor dem Spinnvorgang gekämmt. Dadurch werden sie bis zur Einzelfaser aufgelöst, von letzten Verunreinigungen befreit und somit sortiert, wobei eine Art feines Vlies entsteht. Aus diesem werden Bänder hergestellt, die durch Strecken und Verdrehen zu einem Garn gesponnen werden.

2 Schlichten: Vor dem Webvorgang kann ein Schlichtemittel auf das Garn aufgetragen werden, um es vor dem Durchscheuern zu schützen. Im Normalfall wird das anschließend fertige Gewebe wieder entschlichtet, das heißt der Schutzfilm wird entfernt.

3 Mercerisieren: Beim Mercerisieren wird der Baumwollstoff oder das Garn unter Spannung mit Natronlauge behandelt. Dadurch entsteht eine neue Struktur, die für Glanz, eine höhere Reißfestigkeit und ein besseres Aufnehmen von Farbe sorgt.

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