Konsumkollaps Und Seine Folgen

Fast fashion vs. slow fashion

Wir leben in einer Welt, in der Fast Fashion noch immer ein schwerwiegender Faktor für viele Probleme ist. Diese können mithilfe von neuen Konzepten und Ideen gelöst werden.

SLOW FASHION muss großgeschrieben werden, um den Konsumkollaps aufzuhalten. In diesem Beitrag erfahrt Ihr welche neuen Geschäftsmodelle und neuen Bewegungen innerhalb der Modeindustrie dabei helfen könnten.  

  

Was bedeutet eigentlich Konsumkollaps?

Thema: Fast Fashion, Polyester, Umweltfolgen

Konsumkollaps – das klingt erstmal sehr dramatisch. Müssen wir jetzt auf jeglichen Konsum verzichten? Nicht direkt, aber gerade in der Modeindustrie ist der Konsum in den letzten Jahrzehnten ausgeufert.

In der Modeindustrie bestimmen neue Trends den Markt. In immer kürzeren Abständen werden neue Kollektionen produziert und meistens auch wieder wieder weggeschmissen. Greenpeace hat einen spannenden Artikel zum Thema „Konsumkollaps durch Fast Fashion“ geschrieben. Darin werden folgende Fakten herausgestellt:

Große Marken erstellen ca. 24 Kollektionen pro Jahr. Hierbei wird der Natur Unmengen an Rohstoffen genommen, und durch giftige Chemikalien nimmt nicht nur unsere Gesundheit Schaden, sondern auch die Gesundheit der Umwelt. Pro Jahr kauft jeder Deutsche ca. 60 neue Kleidungsstücke und trägt diese nur halb so lange wie noch vor 15 Jahren. 

Das bedeutet also, wir kaufen die doppelte Menge an Kleidung und halbieren die Tragedauer. Allein die Verlängerung der Tragedauer unserer Kleidung von einem auf zwei Jahre würde die Co2- Emissionen um 24% reduzieren. Durchaus einen „Versuch“ wert!

Hinzu kommt der Recycling Mythos: Die meisten Kleidungsstücke werden nämlich nicht für neue Garne oder Stoffe genutzt. Die Trennung der Stoffe ist schwierig und man erkennt meist gar nicht, um welchen Stoff es sich handelt, da Etiketten rausgeschnitten werden.

Zusätzlich bietet Fast Fashion immer günstigere Mode an. Trotz angestiegenen Konsums zeigen Statistiken, dass zwischen den Jahren 2000 und 2015 die Kosten für Kleidung nur um ca. 10% gestiegen sind. 

Thema: Umweltverschmutzung, Konsumkollaps, Mode

Dabei hat sich die Textilproduktion  seit dem Jahr 2000 weltweit mehr als verdoppelt. Allein 2014 wurden 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert. Die Umweltfolgen wachsen entsprechend – das ist längst keine Neuigkeit mehr.

Allein durch die Herstellung, Warentransport und das Waschen, Trocknen und Bügeln von Kleidung werden jährlich mehr als 850 Millionen Tonnen Co2- Emissionen verursacht. Deswegen ist es umso wichtiger seine Kleidung bei fairen und nachhaltigen Anbietern zu kaufen. 

Polyester spielt dabei eine große Rolle. Dieser Stoff macht die billige und einfache Produktion von Mode erst möglich. Mit einer 6kg Waschmaschinenladung von Synthetik-Stoffen können bis zu 700.000 Mikrofasern in die Umwelt gelangen, die dann von Meereslebewesen und Wasservögeln aufgenommen und mit Nahrung verwechselt werden.

All diese Faktoren spielen eine große Rolle bei dem Konsumkollaps. Denn Konsum verursacht Schaden – insbesondere in unserer Umwelt.

Der Kerngedanke von Slow-Fashion

Thema: Slow Fashion vs. Fast Fashion, Konsumkollaps

Slow Fashion ist ein Revolutionsgedanke der Modewelt.  Aber woher stammt dieser Begriff eigentlich?

Slow Fashion stammt von der Designerin und Autorin Kate Fletcher in Anlehnung an den Slow Food Ansatz. Diese Bewegung, aus Italien und inzwischen über 40 Jahre alt, hatte zum Ziel, Menschen den Geschmack und die Freude an traditionellem und regional hergestelltem Essen wieder näher zu bringen. Slow Fashion ist genau dieser Gedanke übertragen auf die Modeindustrie. Käufer:innen sollen die Kleidung wieder mehr wertschätzen und weniger Kleidungsstücke von höherer Qualität besitzen.

Für die Modebranche würde das bedeuten, dass insgesamt weniger hergestellt werden müsste, um die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Branche insgesamt zu verringern.  Hierbei spielen die Aspekte handgemacht, „First come first serve“, faire Arbeitsbedingungen und limitierte Kollektionen eine große Rolle.

Damit wird der Ressourcenverbrauch und der anfallende Abfall reduziert, jedoch ist der Erfolg der Slow Fashion Bewegung vom Kunden determiniert. Wie Vivienne Westwood einst sagte: „Buy less, choose well, make it last”. 

Neue Geschäftsmodelle und Ideen

Thema: Konsumkollaps und neue Geschäftsmodelle, Ideen von jungen Menschen

Um den Konsumkollaps zu verringern benötigen wir innovative Ideen und engagierte Menschen mit neuen Geschäftsmodellen. Immer mehr Marken werden zum „Pure Online Player“: Sie vertreiben ihre Ware ausschließlich über das Internet.

Hierbei setzen viele Marken nun auf Einzigartigkeit, denn das Design ist zentraler Aspekt für die längere Nutzungsdauer von Kleidungsstücken. Immer mehr Designs werden absichtlich zeitloser, klassischer und saisonunabhängiger gestaltet. Dadurch kann es länger getragen werden, ohne dass es aus der Mode kommt und das Gefühl, etwas Neues kaufen zu wollen, wird vermindert. 

Ein weiterer Punkt für nachhaltigere Mode ist es, Stoffe und Materialien zu nutzen, welche lange halten und dabei ihr Aussehen behalten. Zum Beispiel Leinen, Seide, Kaschmir, Baumwolle und Bambus.

Zusätzlich sind faire und sichere Arbeitsbedingungen in der Herstellung der Kleidung Eigenschaften, die dem Kleidungsstück mehr Wert zumessen. Dies muss jedoch verständlich und glaubwürdig vermittelt werden. Zum Beispiel durch verschiedene Siegel oder andere Hinweise.

Thema: Konsum, Do something great und neue Geschätfsmodelle

Die Forscher:innen Chunmin Lang und Bingyue Wie aus den USA entwickelten eine neue Methode, um Kleidung zu produzieren, die transformierbar ist und sich an Mode-Stile anpasst. Durch Methoden wie Einwickeln, Drehen, Falten oder Raffen wurde das Kleidungsstück zu einem Kleid, einer Hose, einer Hose mit T-Shirt und vielen weiteren Kombinationen umfunktioniert.

Mit Hilfe von Knöpfen können beispielsweise verschiedene Kragenformen angebracht und Ärmel angepasst werden. Die Idee der beiden trägt dazu bei, dass weniger hergestellt werden muss und Kund:innen das Gefühl haben, nicht noch mehr Kleidungsstück zu benötigen.  

Natürlich können auch wir unseren Beitrag leisten, um die Welt ein wenig zu verbessern. Dabei versuchen einige ihren Konsum zu verringern, indem sie minimalistisch leben oder ihr Kaufverhalten genau beobachten. Zudem gibt es auch eine Gegenbewegung zum Konsumwahn. Die sogenannte „Capsule Wardrobe“, sieht vor, dass man so wenige Teile wie möglich besitzt und diese in jeder Jahreszeit kombinieren kann. Das heißt, es reichen schon 20 bis 35 Kleidungsstücke aus, um vielseitige Looks für das gesamte Jahr zu erstellen.

Daraus lernen wir: Es gibt unglaublich viele Ideen, die unseren Konsum verringern könnten und den Planeten ein Stück verbessern würden. Jetzt liegt’s an uns!

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