SLOW DOWN!

Der Weg zur Entschleunigung

Slow Fashion wird immer populärer. Zum Glück! Mit Slow Fashion ist nämlich eine Bewegung entstanden, mit der man sich von Fast Fashion und den damit verbundenen unethischen und umweltschädlichen Herstellungsprozessen von Kleidung distanzieren will. Die harte Arbeit hinter der Kleidung wird wieder wertgeschätzt und bei der Produktion wird auf Umwelt und Tiere geachtet. Doch um an den Status Quo zu kommen, musste ein langer Weg zurückgelegt werden.

Papierkleider – Der Beginn von Fast Fashion?

Tatsächlich machte sich schon in den 60ern ein Trend bemerkbar, der die Fast Fashion–Philosophie bestens repräsentierte: das Papierkleid. 1965 erkannte ein Ingenieur der Scott Paper Company das Potenzial von Papier als Material für Kleidung. Die Kleider waren ursprünglich nur als Werbegag gedacht und waren in einem Werbespot für eine Misswahl zu sehen. Zusätzlich wurde die Aktion angeboten, ein Papierkleid für 1,25 Dollar per Post zu erwerben. Die Kunden hatten die Auswahl zwischen einem roten Kleid mit Paisleymuster oder einem schwarz-weißen Kleid im Op-Art Design.

Das Kleid schien genau den Zeitgeist der damaligen Konsumgesellschaft getroffen zu haben, denn allein in sechs Monaten konnten mehr als 500.000 Kleider verkauft werden. Die Wegwerf-Kleider waren DAS neue Must–Have: billig, bunt und schon am nächsten Tag gab es wieder ein neues Design. Schon bald gab es nicht mehr nur Kleider aus Papier zu kaufen, sondern auch Hemden, Regenmäntel, Sandalen, Unterwäsche, Bikinis – und sogar Brautkleider aus Papier für nur 15 Dollar.

Wie die Haltbarkeit der Kleider war allerdings der ganze Trend nur von kurzer Dauer und nach etwa zwei Jahren fand der Hype um die Papierkleider sein Ende. Die Wegwerf–Philosophie der Kleider traf auf die konsumkritischen Gedanken der Hippie–Bewegung. Die Hippies wandten sich konträr dazu an eine Mode, die Handarbeit und Handwerk wieder zu schätzen wusste.

Die Entstehung der Slow Fashion–Bewegung

Die Fast Fashion–Industrie, wie wir sie heute kennen, hatte ihren Beginn in den 80ern. Zu dieser Zeit kam eine neue Wirtschaftsstrategie auf: Die Quick Response–Strategie. Diese Strategie sollte den Informations– und Warenfluss beschleunigen, um schneller auf Marktentwicklungen reagieren zu können. Gerade Textilunternehmen sahen den Nutzen dieser Strategie.

Designer konnten rasch auf Trends reagieren und den Nachfragen der Kunden in Rekordzeit nachkommen. Die ständige Veränderung des Angebots und eine verkürzte Haltbarkeitsdauer der Kleidung sollten die Kunden schließlich dazu bewegen, die Läden immer wieder aufzusuchen. Der Textilmarkt boomte und die Nachfrage war groß. Auch war die Anzahl der Angebote und somit der Konkurrenten groß und schnell sahen sich Unternehmen dazu gezwungen ihre Kleidung so billig wie möglich herzustellen, um den Gewinn möglichst zu maximieren und weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können. Die Konsequenzen: Ausbeutung der Arbeitskräfte, umweltschädliche Produktionen und Nutzung giftiger Chemikalien, die sich negativ auf die Gesundheit der Konsumenten auswirken könnte.

All das kam auch recht schnell ans Licht und die ersten Berichte enthüllten die unethischen Herstellungsverfahren von Textilunternehmen. So kam beispielsweise raus, dass Nike seine Sportartikel vorwiegend in Südostasien herstellt und bis zu 50% der südostasiatischen Betriebe den Zugang zu Toiletten und Trinkwasser während der Arbeitszeiten beschränkten. Es war die Rede von mehr als 60 Arbeitsstunden pro Woche und Löhnen, bei denen weniger als der vorgeschriebene Mindestlohn gezahlt wurde. Die Konsument*innen waren empört und wie sich die Geschichte so wiederholt, kam wie bei den Papierkleidern, auch in den 90ern eine Gegenbewegung zu Fast Fashion auf: die Slow Fashion–Bewegung.

Eine Bewegung, bei der man Kleidung tragen wollte, die nicht auf Kosten anderer Menschen, der Natur oder Tieren hergestellt wurde. Die Namensgeberin der Bewegung, Kate Fletcher, erklärte Slow Fashion so:  

„Slow ist nicht das Gegenteil von Fast – es ist kein Dualismus, sondern ein anderer Ansatz, bei dem Designer, Einkäufer, Einzelhändler und Verbraucher sich die Auswirkungen der Produkte auf Arbeiter, Gemeinden und Ökosysteme bewusster vor Augen führen.“

Auch Unternehmen erkannten, dass Nachhaltigkeit und Fairness der Weg in die Zukunft waren und es gründeten sich zahlreiche unabhängige kleine Labels, die Kleidung fair und umweltschonend produzieren.

LABELBIRD’s Beitrag zu Slow Fashion

LABELBIRD hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Labels eine Plattform für ihre Mode zu bieten. In unserem Online-Shop kannst du die Mode von kleinen aufstrebenden Unternehmen aus deiner Region kennenlernen und unterstützen. Wir achten darauf, dass die angebotene Kleidung fair und möglichst nachhaltig produziert und die Personen hinter den Kleidern entsprechend honoriert werden.

So wollen wir unseren Beitrag zur Slow Fashion – Bewegung beisteuern.

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